Letzter Bericht im verrückten Jahr 2020

Hallo Ihr Lieben,

seit meinem letzten Bericht war wieder viel los, und ich will noch vor Ende dieses Jahres etwas von mir hören zu lassen.

Das Wichtigste: Ich bin am 28. Dezember 10 Monate alt geworden, bin also voll in der Pubertät. Tja, wer Kinder hat, weiß, was das bedeutet. Warum sollte das bei Hunden anders sein? Und bei Terriern ist das sowieso, äh, eine Herausforderung für die Menschen, hehe. Also, ich muss zugeben, dass ich mir bei manchen Dingen, die Frauchen oder Herrchen von mir wollen, einfach nix draus mache. Kommen, wenn sie rufen? Pff, wenn ich Lust hab, OK, aber sonst … Nicht an der Leine ziehen? Aber wenn es doch so interessante Dinge zu beschnuppern gibt, da muss ich schnell hin. Den Ball vor Frauchens Füße ablegen? Manchmal ja, manchmal nicht – wie es mir Spaß macht. Blöd ist nur, wenn ich den Ball nicht bringe, dann hört sie sofort auf, mit mir zu spielen. Aber ich lass mich nicht unter Druck setzen, bin doch ein Terrier.

Wenn Annabelle, meine Trainerin, da ist, mach ich alles ganz brav. Schließlich will ich ja mein Frauchen nicht blamieren. Demo-Effekt, hihi. Und solange ich für etwas Leckerli bekomme, bin ich auch gelehrig. Ohne Leckerli mach ich nix, na ja, fast nix. Sitz, Platz, Bleib und das ganze Gedöns, das kenne ich und kann ich.

Aber sagt mal: Würdet ihr einfach Sitz machen, nur weil das einer von euch will? Dann flätz ich mich halt hin, damit Ruhe ist, aber nein, das gefällt nicht. Echt ätzend … Dass mein Frauchen da nicht immer happy ist, könnt ihr euch vorstellen, aber wenn alle Stricke reißen, dann guck ich Frauchen mit einem Blick an, den Hunde schon vor ihrer Geburt im Mutterleib trainieren. Da kann kein Mensch widerstehen, echt.

 

Wer kann diesem Blick widerstehen?

 

Morgens um halb sieben werde ich wach, dann weck ich die Meute. Na ja, Herrchen weiß, dass sich Frauchen kümmert, also schläft er weiter. Frauchen schmust dann eine Weile mit mir, dann stehen wir endlich auf. Schließlich wartet unser Tagewerk auf uns. Wir gehen dann im Dunkeln Gassi, das ist manchmal gruselig, aber ich pass ja auf Frauchen auf. Ich hab da so ein Leuchtband zusätzlich um, damit man mich sieht.

 

Nach dem Frühstück lese ich mit Herrchen Zeitung. Schließlich muss man ja informiert sein, was läuft. Schlafen will ich während des Morgens nicht, da verpass ich zu viel. Am Nachmittag gönn ich mir meist eine kleine Siesta, vielleicht ein Stündchen oder so.

 

Aber eigentlich muss ich ja immer aufpassen und arbeiten. Mal ist ein ganzer Anhänger voll Zeug auszuladen und zu sortieren, dann musste Herrchen die Stereoanlage reparieren – ohne mich ging das natürlich nicht. Wie bei der Spülmaschine (ihr erinnert euch sicher) musste ich ihm wieder was ins Ohr flüstern, dann wusste er, was zu tun ist.

 

Ach, und dann wurde so ein komischer Baum ins Wohnzimmer gestellt. Zuerst dachte ich, die holen mir den Wald ins Haus und ich könnte daran pieseln, weil’s draußen kalt ist. Aber nein, ich hab’s nicht getan. Es ist halt komisch, dass da jetzt ein Baum steht.

 

Und vor dem Kamin, da steht ein kleiner Tisch. Und unterm Tisch da ist schon wieder so ein Kerl, der aussieht wie ich. Immer wenn ich da hinguck, ist der da. Einfach unverschämt!

Übrigens, zum Thema Winter und Kälte: Mir macht die Kälte nix aus. Auch der Regen nicht. Mein Fell ist so dick, da geht nix durch. Am liebsten mag ich dann im Dreck wühlen und nach Mäusen suchen, aber das hab ich euch ja schon erzählt.

 

Vor Weihnachten hat mein Frauchen ein paar Geschenke vom Paketboten gebracht bekommen. Ich musste immer beim Auspacken helfen. Meist hat es gut gerochen, und komisch … in den Kartons hab ich immer ein paar Leckerchen gefunden, die genau so geschmeckt haben wie die, die mein Frauchen für mich backt.

 

Und dann war so eine gelbe Plastikbox zu reparieren, da war ich natürlich auch wieder zur Stelle. Ich sag’s euch, bei uns gibt es dauernd was zu flicken. Da muss ich Herrchen Anweisungen geben, damit alles gut läuft.

 

Ach, kürzlich hab ich wieder was angestellt, da hat sich mein Frauchen sehr geärgert. Sie saß noch am Frühstücktisch, und normalerweise liege ich dann brav unter ihrem Stuhl und warte, bis sie fertig ist. Plötzlich fragte sie Herrchen, wo ich denn bin. Sie stand auf und guckte überall nach. Ich war in der Diele und hatte das Kissen aus Filous (ihr wisst schon, das ist mein Vorgänger) altem Körbchen mitgeschleift. Das hatte 12 Jahre gehalten und war noch total gut in Schuss, aber mir war langweilig, na ja, dann hab ich’s halt komplett zerrupft. Ich kann euch sagen, Frauchen war „not amused“. Ich hab mich dann versteckt, weil Frauchen gesagt hat, sie macht zu Weihnachten Freddy-Rollbraten.

 

Ich sag’s euch, das ist hier echt anstrengend. Abends bin ich fix und fertig und schlaf schon auf der Couch ein. Oft nickt auch mein Frauchen neben mir ein. Übrigens bin ich echt froh, dass es dieses Jahr kein Feuerwerk gibt. Ich kenn das ja nur vom Hörensagen, weil ich ja erst 10 Monate alt bin, aber wir Tiere mögen so ein Geknalle nicht.

So, das war’s wieder für heute. Macht’s gut und achtet auf euch und eure Lieben. Ihr wisst ja, Tante Corona kennt keinen Spaß.

Ich wünsche euch allen, Zweibeinern und Vierbeinern, gefiederten Freunden und allen anderen, einschließlich etwaiger noch in irgendeinem Versteck lebender Dinosaurier, alles Gute im Jahr 2021. Möge es für uns alle bessere Zeiten bringen!

Ich sende euch ganz liebe feuchtfröhliche Nasenstupser

Euer Freddy

4 Gedanken zu „Letzter Bericht im verrückten Jahr 2020

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    Hallo Freddy, hallo Frau Chaumien,

    durch “Zufall” bin ich auf Ihren Blog gestossen und hatte sofort den Impuls, Ihnen zu schreiben.

    Lieber Freddy, Du bist eine ganz süsse und niedliche Fellnase, ich bin schockverliebt!

    Ich habe für eine Weile für Dein Frauchen gearbeitet und hatte jedes Mal eine schreckliche “Angst” vor dem lieben Filou… in Nachhinein verstehe ich mich selbst nicht mehr!

    Auch wir sind nun “auf den Hund” gekommen, als Pflegestelle für rumänische Hunde für die Pfotenhilfe Karlsruhe…

    Richte Deinem Frauchen bitte viele Grüsse aus und bleibt alle gesund!

    Herzliche Grüsse, Petra Günther

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      Hallo Frau Günther,
      danke für die netten Worte. Schön, dass Sie sich für Vierbeiner engagieren. Mein Frauchen macht das auch, allerdings in der Begegnungsstätte Mensch-Hund in KA Knielingen.
      Viele Grüße, auch von meinem Frauchen
      Freddy

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    Das ist ja goldig, Freddy! Vielen Dank für deinen Bericht. 🙂 Tante Sarah aus der Ferne mag nämlich tierische Autoren sehr gern und hat sich darüber gefreut. Besonders wenn der Artikel von einem so süßen Vierbeiner kommt.

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    • um
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      Liebe Tante Sarah, ich danke dir. Ja, du hast es ja gelesen: Ich muss hart arbeiten und sogar meine Berichte selbst schreiben. 🙂 Bleib gesund, liebe Grüße, dein Freddy

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