Von Laub und Mäusen

Hallo Ihr Lieben,

ich meld‘ mich mal wieder, denn ich hab ’ne Menge zu erzählen.

Ihr wisst ja, dass ich auch Gartenassistent bin. Also, jetzt fällt ja das Laub runter, und manchmal sammelt mein Frauchen das alles zusammen und macht einen Haufen. Äh, nein, also nicht was ihr denkt. Das Laub ist auf einem Haufen, so. Mir ist ja nicht ganz klar, warum sie das macht. Also spring ich in den Laubhaufen und hüpf hin und her – das ist ganz schön anstrengend übrigens – und so verteile ich wieder alles schön. Aber mein Frauchen ist dann gar nicht happy, wenn ich das Laub wieder verteile. Das ist wichtig, denn die Regenwürmer wollen die Blätter ja fressen. OK, vielleicht nicht so viele, aber besser mehr als zu wenig. Ich muss das meinem Frauchen mal erklären, vielleicht weiß sie es nicht.

Wenn wir Gassi gehen, ist auch ganz viel Laub auf den Wegen und auf dem Gras. Es macht echt Spaß, da herumzuspringen. Aber was noch toller ist: die Mäuselöcher. Ich riech sofort, ob es sich lohnt, in einem Mauseloch zu graben. Ich steck die Nase rein und weiß: lohnt sich oder lohnt sich nicht. Aber wenn ich die klitzekleinste Spur rieche, dann geht’s los. Da muss ich graben und graben und graben. Frauchen sagt, ich bin effektiver als ein Bagger. In Dreikommanix bin ich mit dem halben Körper im Loch, da geht’s ab, das sag ich euch.

Zwei Straßen weiter wohnt ein Kumpel, der Matteo. Ein brauner Labrador. Der ist sogar zufällig am selben Tag wie ich geboren, also am 28. Februar, aber in Frankreich. Von dort haben ihn seine Leute dann in seine neue WG geholt. Ab und zu kommt Matteo vorbei, und wir spielen im Garten. Wir verstehen uns total gut. Ein klasse Kerl. Der wiegt jetzt dreimal so viel wie ich, aber das Herumtollen klappt super.

Es kam auch mal eine Hundedame zu Besuch, aber das war echt enttäuschend für mich. Die Bessie ist ein Mix aus einem Kaukasischen Owtscharka und „keine Ahnung“, eine Riesin. Mein Frauchen wusste nicht, dass der Besuchsmensch so einen großen Hund hat, und bekam einen Schrecken, als sie die Bessie sah. Aber ich kenne ja keine Angst und bin sofort zu Bessie gerannt, wollte mit ihr spielen. Und wisst ihr was? Die stand da wie ein Denkmal, hat sich keinen Millimeter gerührt, keinen Mucks von sich gegeben. Ich bin um sie herumgesprungen, hab an ihr geschnuppert, hab echt alles gegeben. Ergebnis: keine Reaktion. Die hat sich nicht die Bohne für mich interessiert. Sie war so eine halbe Stunde da, hat die ganze Zeit geguckt, als würde sie denken: „Hoffentlich gehen wir bald wieder, der Winzling nervt“. Ich war echt enttäuscht.

Ach ja, das wollt ich auch noch erzählen. Kürzlich war die Spülmaschine kaputt. Da musste ich natürlich helfen. Herrchen hat sich auf den Boden gelegt, und ich hab assistiert. Zuerst hat er den Fehler nicht gefunden, da hab ich ihm mal das eine Ohr ausgeleckt, plötzlich wusste er, was mit der Spülmaschine los ist. Also Leute, ich sag’s ja: Ohne mich geht in der WG nichts, aber auch gaaaaaar nichts. Gut, dass Frauchen dann auch wieder die feinen Fischleckerli backt – als Belohnung für meine Arbeit.

Ihr seht ja, wie anstrengend meine Tage in meiner WG sind. Deshalb hab ich mir auch angewöhnt, nachmittags ein Stündchen auf Herrchens Schoß zu schlafen. Nicht, dass ihr denkt, ich sei ein Weichling. Ich mach das auch, weil es Herrchen guttut. So hat jeder was davon.

Apropos schlafen: Frauchen sagt, ich würde nachts schnarchen. Haha, ich glaub, da verwechselt sie etwas. Wie will sie das hören, wenn sie schläft? Ich und schnarchen? Kann nicht sein!

Oh, und ich hab ein neues Geschirr bekommen. Frauchen hatte von meinem Vorgänger drei Stück, also drei Größen. Aber ich bin sogar aus dem dritten herausgewachsen. Die Geschirre in so einem Laden haben irgendwie nicht richtig gepasst, und Frauchen hat zufällig von einer Frau gehört, die maßgeschneiderte Geschirre, Leinen und Halsbänder näht. Man kann die Maße durchgeben und das Geschirr in ihrem Onlineshop Design4Animals bestellen (nee, ich krieg nix und will nix für die Werbung; wenn was gut ist, muss man’s weitersagen), oder die Frau kommt vorbei, wenn man im Raum Karlsruhe wohnt, und nimmt Maß. He, die ist klasse. Erst haben wir gespielt, dann hat sie gemessen. Die hat auch zwei Hunde, die waren leider nicht dabei, aber ich hab’s gerochen. Und als das Päckchen mit dem Geschirr kam, hab ich den Geruch sofort erkannt. Als Frauchen mir das neue Geschirr angezogen hatte, bin ich wie verrückt durchs ganze Erdgeschoss gesaust. Hab mich echt gefreut! Das Geschirr passt wunderbar und ist sehr schön. Da ist oben sogar mein Name und am Bauchgurt die Handynummer von Frauchen draufgestickt, falls ich mal verloren gehen sollte (das wird nicht passieren, die passt auf). Und wisst ihr was: Das Ganze war sogar nicht teurer als die Geschirre, die man im Laden kaufen kann.

So, jetzt muss ich wieder weiterarbeiten: aufpassen, dass Frauchen ihre Arbeit richtig macht.

Ich schick euch ganz viele Nasenstupsergrüße. Bleibt gesund und haltet die Ohren steif.

Euer Freddy

 

2 Gedanken zu „Von Laub und Mäusen

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    Hallo Freddy,es ist wieder eine schöne Geschichte,dein Frauchen sollte irgendwann mal ein kleines Buch daraus machen.Liebe Grüße Inge

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      Liebe Inge,
      klasse, dass du dich so über meine Berichte freust. Ich schreib die immer nachts, wenn Frauchen schläft. Tagsüber ist sie ja am PC, haha.
      Bleib gesund und pass gut auf dich auf.
      Dein Freddy (und Frauchen ruft gerade, dass ich dich herzlich grüßen soll)

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