Clafoutis: leckere Dessertspezialität aus Frankreich

Das fast 100-jährige Originalrezept meiner Oma.

Clafoutis – man spricht es [Kla-fu-ti] aus – ist eine süße Spezialität aus dem Limousin, der Region in der Mitte Frankreichs, wo auch das bekannte Limousin-Rind herkommt. Im Limousin und auch in der Auvergne wird das leckere Dessert auch „le milliard“ oder „le millard“ genannt.

Der Teig erinnert ein wenig an Pfannkuchen. Die Zubereitung ist ganz unkompliziert, sehr lecker schmeckt das Ergebnis.

Clafoutis ist ein traditionelles französisches Dessert, kein Kuchen im deutschen Sinn, das hauptsächlich in der Kirsch- und Johannisbeersaison serviert wird. Doch es lässt sich auch hervorragend mit vielen anderen Obstsorten abwandeln, wie zum Beispiel mit frischen Aprikosen, Pfirsichen, Feigen und sogar mit Erdbeeren oder Mango – und in der Winterzeit natürlich mit Äpfeln, etwas Zimt und Rumrosinen.

Besonders pfiffig kommt Clafoutis daher, wenn für jeden Gast ein Auflaufförmchen zubereitet wird. So kann die himmlische Süßspeise – am besten noch warm – direkt aus dem Schälchen, eventuell mit flüssiger süßer Sahne oder Vanillesauce angereichert, gelöffelt werden.

Für eine Auflaufform der Größe eines normalen Kuchens (Durchmesser ca. 25 cm) benötigt man für den Teig 40 Gramm Butter (Tipp: leicht gesalzene Butter gibt den besonderen Pfiff!), 6 Eier, 200 ml Milch, 100 Gramm Weizenmehl (Type 405), 60 Zucker, 1 Esslöffel Vanillezucker sowie eine Prise Salz. Die Butter wird ganz leicht in einer Pfanne angebräunt und auf die Seite gestellt. Die übrigen Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten und die gebräunte, nicht mehr heiße Butter vorsichtig einarbeiten. Der Teig ist in etwa so flüssig wie für Crêpes. Auflaufform (auch Pie-Form genannt) gut mit Butter einfetten, ca. 600 Gramm gewaschene und entsteinte Kirschen (oder Obst nach Wahl) darin in einer einzigen Lage verteilen, dickflüssigen Teig darüber gießen. Die Obststücke sollten leicht aus dem Teig hervorlugen. Im auf 200 Grad Celsius vorgeheizten Backofen ca. 10 Minuten backen, dann auf 175-180 Grad Celsius herunterschalten und weitere 20-25 Minuten – je nach Ofen – goldbraun backen. Bei Umluft wird der Clafoutis schön luftig, bei Ober- und Unterhitze bekommt er eine Konsistenz wie die der Crème brûlée.

Nach der Backphase sollte der Clafoutis in der großen Form etwa 6-7 Minuten ruhen, bevor er serviert wird. Bei Einzelschälchen genügen auch 3-4 Minuten. Mit Puderzucker bestreuen und lauwarm genießen.

Im weltweiten Netz finden sich Hunderte von Rezepten für dieses traditionelle Dessert. Das hier ist das uralte Rezept meiner französischen Oma Marcelle, die 1890 geboren wurde. Ach ja … Zitronensaft, Mandeln, Marzipanrohmasse und Backpulver haben im Clafoutis nichts, aber auch gar nichts verloren; das sind eher deutschgeprägte Abwandlungen.

Eines sollte man wissen: Clafoutis sollte man an dem Tag genießen, an dem man ihn zubereitet hat, und am besten lauwarm. Denn nach dem Erkalten wird der Teig zäh. Falls Sie doch einen Rest haben, hier ein Tipp: Clafoutis-Reste klein schnipseln (etwa wie Spätzle oder Suppeneinlage), in einer Pfanne mit Butter leicht dünsten und mit warmer Vanillesauce servieren.

Zum Einfrieren eignet sich Clafoutis nicht. Das Ganze ist nach dem Auftauen wie Gummi.

Übrigens werden bei der traditionellen Zubereitung in Frankreich die Kirschen häufig weder entkernt noch entstielt … Andere Länder, andere Sitten. Nicht entsteinte Kirschen verlieren nicht so viel Saft.

4 Gedanken zu „Clafoutis: leckere Dessertspezialität aus Frankreich

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      Wie kann etwas aus einer Auslaufform (steht explizit im Rezept) auslaufen??? Du hast doch hoffentlich keine Springform genommen …

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    Da muss ich an meinen ersten Clafoutis denken, den ich mit etwa 17 Jahren nach einem Frankreichaustausch in einer Springform zubereitet hatte… ^^

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      Liebe Andrea,
      das ist ja dann eine schöne Erinnerung. Und da du in Frankreich lebst, hast du sicher öfter Gelegenheit, Clafoutis zu essen.

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