Immer volles Programm

Hallo Ihr Lieben,

seit meinem letzten Bericht, der ja echt lang her ist, hat sich wieder einiges getan. Und es war nicht immer lustig. Das wichtigste und im wahrsten Sinn des Wortes einschneidendste Erlebnis: Ich bin Ende Juni 2021 kastriert worden. Es musste sein, weil ich so einen blöden Hodenhochstand hatte. Naturgemäß sollten Hoden nicht im Bauchraum liegen, weil sie zu viel Körperwärme abkriegen – das kann Krebs verursachen. Deshalb werden die Hoden (oder nur der eine, wenn nur einer hochsteht) entfernt. Also, das war kein Zuckerschlecken. Aber mein Frauchen ist bei mir geblieben, bis die Narkose gewirkt hat, und sie war auch da und streichelte mich, als ich wieder zu mir gekommen bin. Das war echt gut. Nach zwei-drei Tagen ging es schon wieder gut, nach zehn Tagen war ich ganz der Alte – äh, na ja, fast.

Aber wisst ihr was? An den Tagen nach der OP musste ich so ein blödes Body-Ding tragen, damit ich mir die Fäden an der Narbe nicht abknabbere. Da sah ich vielleicht bescheuert aus! Zum Glück hat mich kein Fremder so gesehen – nur Frauchen und Herrchen. Das Foto stell‘ ich nur für euch ein.

Mein Frauchen meint, dass ich mich seit der OP gar nicht verändert habe. Ruhiger geworden bin ich auch nicht – wozu auch? Das Leben ist doch soooo aufregend!

Und weil das Leben so viel Interessantes bietet, schlafe ich auch tagsüber ganz wenig. Nur wenn mein Frauchen am Schreibtisch sitzt, leg ich mich ein halbes Stündchen hin, inzwischen im Körbchen meines Vorgängers Filou, das ist jetzt meins. Am Anfang wollte ich das nicht, aber Filou hat mir gesagt, das sei in Ordnung, und das Körbchen sei so bequem. Stimmt.

Manchmal muss ich vorher aufräumen und mein Bett ordentlich durchwühlen. Erst wenn alles gut gelüftet ist, kann ich mich einrollen.

 

 

 

 

 

 

Meist gehe ich meinen Lieblingsbeschäftigungen nach. Das wäre zum Beispiel die Jagd nach Eichhörnchen in unserem Garten. Leider sind sie blitzflink und können auf Bäume klettern. Ich hab’s zwar versucht, aber es klappt nicht. Echt doof. Dann zerkaue ich auch gerne meine Spielsachen. Mein Frauchen hat ein paar angeblich „unkaputtbare“ Hundespielsachen gekauft und mir zum Testen gegeben. Die sind alle durchgefallen, hab sie alle kleingekriegt, haha. Da müssen sich die Hersteller was einfallen lassen! Socken mag ich auch, aber nur die getragenen von meinem Frauchen. Die gibt sie mir, wenn sie schon ein Loch haben, dann darf ich weiter dran knabbern. Schuhe usw. interessieren mich nicht, das war einmal, als ich noch klein war.

Ich hab übrigens einen anderen Freddy kennen gelernt, der ein Jahr jünger ist als ich. Der wird zum Jagdhund ausgebildet. Wir haben uns in Neckarsulm getroffen, das war cool (na ja, die Autofahrt dort hin weniger). Und mit dem anderen Freddy kam die Dackelprinzessin Bella – eine fesche Dame. Leider wollte sie nichts von mir wissen, obwohl ich alles versucht habe.

 

 

 

 

 

Mit dem Autofahren klappt es etwas besser, aber meine Lieblingsbeschäftigung wird das bestimmt nicht. Ich bin lieber zu Fuß unterwegs, da kann ich überall schnuppern, Mäuselöcher erkunden – das macht Spaß. Irgendwo einigermaßen still sitzen, das ist nicht mein Ding. Wenn Frauchen und Herrchen am Tisch im Wintergarten frühstücken oder essen, liege ich unter Frauchens Stuhl auf meinem Teppich. Das hab ich von Anfang an so gemacht, ohne dass man mir das beibringen musste. Aber trotzdem muss ich alle paar Minuten gucken, wer sich da in meinem Garten herumtreibt: Eichhörnchen, die quer durchlaufen, Vögel, die an meinen Wasserschüsseln trinken und darin auch noch baden – das geht gar nicht! – oder Nachbars Katze, die mich provoziert. Das ist dann der Gipfel.

Ich wiege immer noch 8,3 Kilo, obwohl ich zweimal am Tag etwas zu fressen bekomme. Viele Hunde bekommen nur einmal täglich ihr Fressen, aber ich will meine Portion auf morgens und abends aufgeteilt bekommen – und zwischendurch natürlich etwas zum Kauen und Nagen. Frauchen hat es anders versucht, aber ich mach dann einen Sitzstreik vor meinem Napf, dann klappt’s. Der Typ im grünen Kittel, zu dem ich im August gehen musste, hat gemeint, dass ich halt ein Quirliger bin, der durch die viele Bewegung viel verbraucht, also muss ich auch viel futtern. Richtig erkannt. Aber der Typ hat auch wieder so eine Spritze gezückt – impfen nennen sie das. Na ja, ist halt wichtig und dauert ja nicht lang.

Irgendwann, als es echt kalt wurde, hat Frauchen Hundemäntel aus dem Schrank geholt. Die sind noch von meinem Vorgänger, der wollte sie aber nicht, ist kein Meter damit gelaufen – hat sich einfach geweigert. Mir ist das egal, wenn Frauchen meint, das wäre nötig – bitte, gerne. Ich habe kein Problem damit. Sieht ja auch schick aus, den Hundemädels scheint es auf jeden Fall zu gefallen. Die haben übrigens auch immer Mäntel an, aber du meine Güte … in Rosa oder Pink! Na ja, sind ja auch Mädchen.

 

 

 

 

 

Vor zwei Wochen war ich mit meinen Leuten am Dobel im Nordschwarzwald. Da war kaum etwas los, da gibt es zum Glück keine Skilifte. Aber es lag viel Schnee, und ich konnte herumtollen. Das war echt klasse. Am Ende war ich total KO und habe sogar im Auto während der Rückfahrt geschlafen.

So, das war’s wieder für heute. Bleibt alle gesund und munter.

Es grüßt euch herzlich euer

Freddy

 

4 Gedanken zu „Immer volles Programm

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    Hallo Freddy,du bist halt doch ein schlaues Kerlchen.Liebe Grüße Inge aus Neu Isenburg

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      Ui, danke für das Kompliment. Ganz liebe Grüße aus Karlsruhe

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    Hallo Freddy das war wieder eine schöne Geschichte. Liebe Grüße aus Neu Isenburg auch an dein Frauchen

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      Danke, liebe Inge, mein Frauchen freut sich über die Grüße und sendet ebenfalls liebe Grüße.

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