Übersetzer: Erfolgreich pitchen – die Tipps

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Übersetzer: Erfolgreich pitchen – die Tipps

13 Tipps, mit denen Sie beim Pitch punkten können.

Seit einigen Jahren wählen größere Unternehmen ihre Übersetzer auch über ein sog. Pitching oder Pitch aus, wenn es um Aufträge mit entsprechendem Volumen und/oder langfristige Rahmenverträge geht.

Was sich hinter dem Begriff Pitch verbirgt, erfahren Sie im ersten Teil des Artikels „Erfolgreich pitchen“.

Hier 13 wichtige Tipps quer durch den berühmten Gemüsegarten: Do’s und Don’ts , die Sie beherzigen sollten, wenn Sie punkten wollen. Übrigens: Diese Tipps kommen nicht aus heiterem Himmel und stammen auch nicht von Oldies, Dinos oder „beruflichen Auslaufmodellen“. Sie gelten auch 21. Jahrhundert.

Und: Diese Tipps gelten auch für Pitch-Teilnehmer in anderen Berufszweigen und Gewerken.

  1. Erscheinen oder absagen

Auch wenn es inzwischen Mode geworden ist, zu terminlich fest vereinbarten Gesprächen unentschuldigt nicht zu erscheinen – das ist kein guter Stil. Denken Sie daran, dass man in der einladenden Firma Zeit für das Gespräch mit Ihnen eingeplant hat. Sollten Sie dennoch verhindert sein, melden und entschuldigen Sie sich. Falls Sie kein Interesse mehr an einem Pitch-Termin haben, informieren Sie die einladende Person rechtzeitig.

  1. Pünktlichkeit

Sorgen Sie dafür, dass Sie pünktlich zum genannten Termin vor Ort sind. Planen Sie Ihre Anfahrt. Überlegen Sie sich, ob Sie mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Nicht jeder besitzt ein Navigationssystem im Auto, aber das Internet bietet genügend Möglichkeiten, die Route zu planen.

Wenn Sie trotz eines ausreichenden Zeitpuffers bei der Abfahrt doch in einen Stau geraten oder der Zug Verspätung hat und Sie merken, dass Sie nicht pünktlich erscheinen werden, rufen Sie frühzeitig (nicht erst eine Viertelstunde vor dem Termin) an und erklären die Situation. Bleiben Sie dabei ruhig und vor allem ehrlich. Es wäre ein Leichtes zu prüfen, ob es den „Stau auf der A8 zwischen A und B“ oder die „Verspätung des Zugs Nr. XYZ“, den Sie als Grund angegeben haben, tatsächlich gab.

  1. Kleidung

Ja, auch wenn sich die Dinge inzwischen etwas gelockert haben: Kleidung ist immer noch wichtig und wichtiger, als viele vermuten. Überlegen Sie nicht erst am Morgen des Termins, was Sie anziehen wollen. Dabei gilt folgender Grundsatz: Die Kleidung sollte dem entsprechen, was die einladende Firma repräsentiert. Zum Beispiel: Ist es eine Bank, tragen Sie Anzug und Krawatte (Herren) bzw. Kostüm oder Hosenanzug (Damen). Und nein, weiße Sneakers passen nicht zu einem Anzug oder einem chicen Kostüm. Für ein Gespräch in einer Werbeagentur können Sie etwas legerer anziehen. Dass die Kleidung ordentlich und sauber sein muss, ist selbstverständlich (geputzte Schuhe!). Wichtig ist auch, dass Sie sich in der Kleidung wohl fühlen, was nicht heißt, dass Sie in Jeans und T-Shirt daherkommen.

  1. Körper(pflege)

Prüfen Sie einige Tage vorher, ob zum Beispiel ein Besuch beim Friseur eventuell nötig ist. Achten Sie auf ein gepflegtes Äußere. Unabhängig vom Geschlecht gilt für alle Bewerber: saubere Fingernägel, frisch gewaschene Haare, keine Schuppen, saubere Schuhe usw. Auch bei Düften gilt: weniger ist mehr. Männliche Bewerber achten auf eine tagesfrische Rasur (sofern sie nicht Bartträger sind). Bewerberinnen tragen nur wenig dezenten Schmuck und vermeiden es, als Model mit ausgefallenen Designer-Klamotten und übertriebenem Makeup auftreten zu wollen. Das kommt auch heute nicht gut an.
Essen Sie vielleicht noch eine Kleinigkeit vor dem Termin: Ein knurrender Magen macht sich im Gespräch nicht gut.

  1. Handy/Smartphone ausschalten.
  2. Haltung, Körpersprache und Mimik

Wie eine Person auf jemanden wirkt, hängt zu 10 % davon ab, was sie sagt oder weiß, also von den Inhalten, und zu 90 % davon, wie sich diese Person gibt, sich verhält, spricht, also von ihrem Auftreten und ihrer äußeren Erscheinung, ihrem Charisma, dem Klang ihrer Stimme, ihrer Redegewandtheit und Wortwahl. Achten Sie also ganz besonders auf Ihre Körpersprache. Hier sind Mimik (Augen, Gesichtszüge), Gestik (Hände, Arme), Stimme und Haltung (im Sitzen oder Gehen) gemeint.

Vergessen Sie dabei nicht: Jeder Mensch gibt ständig Körpersignale ab. In Anlehnung an Paul Watzlawick, der gesagt hat „Man kann nicht nicht kommunizieren“, wird einem schnell bewusst: Man kann sich nicht „nicht verhalten“. Auch das berühmte „keine Miene verziehen“ signalisiert ein gewisses Desinteresse oder zumindest die Weigerung, sich zum Thema zu äußern.

Treten Sie selbstbewusst, jedoch nicht überheblich auf, freundlich, jedoch nicht zu jovial. Halten Sie Blickkontakt zum Gesprächspartner und vermitteln Sie Interesse.

  1. Ausdrucksweise

Bemühen Sie sich um eine gute und präzise Ausdrucksweise und vermeiden Sie Worthülsen wie „na ja, „sag ich mal“, „möglicherweise“ usw. oder – noch schlimmer – am Satzende immer wiederkehrende Floskeln wie „OK?“ oder „nicht wahr?“ oder „Verstehen Sie?“. Auch das aktuell an völlig unpassenden Stellen eingefügte „genau“ sollte vermieden werden.
Bleiben Sie stets sachlich und verzichten Sie auf Gefühlsausbrüche. Unterbrechen Sie in keinem Fall Ihren Gesprächspartner, während er spricht.

Setzen Sie beim Sprechen bewusst Gestik und Mimik ein. Doch Vorsicht: Alles mit Maß und Ziel. Idealerweise üben Sie zu Hause vor dem Spiegel und, wenn möglich, mit einem Bekannten in einem simulierten Gespräch.

  1. Auftreten

Bedenken Sie stets: Sie haben diese eine Chance bei diesem potenziellen Auftraggeber. Es gilt also, ganz bewusst auf alle Aspekte zu achten. Auch heute gilt: Der erste Eindruck zählt. Und der entsteht bei Ihrem Gesprächspartner in nur wenigen Sekunden. Alles, was sich in dieser extrem kurzen Zeit negativ bei ihm einprägt, ist nur sehr schwer wieder abzumildern.

  • Gehen Sie mit einem freundlichen Gesichtsausdruck auf Ihr Gegenüber zu. Ein vor großer Anspannung ängstlicher Blick ist bereits der erste Negativpunkt.
  • Der Händedruck sollte Entschlossenheit zeigen, jedoch Ihrem Gesprächspartner nicht die Hand zerquetschen.
  • Neigen Sie dazu, bei Nervosität feuchte Hände zu bekommen, stecken Sie vorher ein Stofftaschentuch in die Jackentasche ein, an dem Sie sich kurz vor dem Kontakt noch diskret, durch ungezwungenes Greifen in die Tasche, ein wenig trockenreiben können.
  • Bedanken Sie sich für die Einladung zum Gespräch, ohne überschwänglich zu reagieren. Sagen Sie nicht etwa „ach, ich hätte ja nie gedacht, dass ich zu so etwas eingeladen werde“. Sie wissen, was Sie können, und treten selbstbewusst und selbstsicher auf.
  • Nehmen Sie erst Platz, wenn man Sie dazu aufgefordert hat, und sagen Sie dabei kurz „danke“.
  • Lassen Sie sich in keinem Fall dazu verleiten, die lässig angebotene Zigarette anzunehmen. Das ist ein alter, aber immer wieder gerne angewendeter Trick!
  • Nehmen Sie eine entspannte, aber nicht allzu lockere Haltung an.
  • Wichtig: Merken Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner, ggf. notieren Sie sie: Das ist erlaubt! Händigt man Ihnen eine Visitenkarte aus, nehmen Sie sich kurz Zeit, sie anzuschauen, allein schon aus reiner Höflichkeit.
  1. Authentizität

Seien Sie so natürlich wie möglich und wie nötig, kurz: Seien Sie authentisch.

  1. Gemeinsame Mahlzeit

Wenn Sie zum Essen in die Kantine oder in ein Restaurant eingeladen werden, sollten Sie auf gute Tischmanieren achten. Wenn Sie diesbezüglich unsicher sind: Es gibt einschlägige Seiten im Internet (zum Beispiel hier) oder auch Kurse (das kann nie schaden). Auch dieser Part ist dann Teil des Termins. Wählen Sie nicht das teuerste Gericht und ordern Sie ein alkoholfreies Getränk. Essen Sie nicht zu schnell und auch nicht zu langsam und seien Sie einfach ein angenehmer Gesprächspartner, ohne das Heft an sich ziehen zu wollen. Es ist auch nicht der richtige Moment, damit zu prahlen, wie oft Sie schon in Gourmetlokalen waren.

Niemand wird Sie verurteilen, weil Sie Vegetarier oder Veganer sind. Bei der gemeinsamen Mahlzeit als engagierter Aktivist gegen Fleischesser zu wettern, ist jedoch völlig fehl am Platz.

  1. Gesprächsende

Nicht Sie, sondern Ihre Gesprächspartner signalisieren, dass Ihr Interview zu Ende ist. Man wird Sie bitten, außerhalb des Raums zu warten, bis man Ihnen Feedback gibt. In der Regel wird aber eine endgültige Entscheidung nicht am selben Tag gefällt.

  1. Nachbereitung

Falls man Ihnen innerhalb der ca. fünf Folgetage keine Rückmeldung gegeben hat, sollten Sie sich spätestens dann vorzugsweise telefonisch melden. Bedanken Sie sich für das Gespräch, bekunden Sie nochmals Ihr Interesse an dem Auftrag und fragen Sie, ob man inzwischen zu einer Entscheidung gekommen ist.

(*) Hinweis: Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wird in meinen Artikeln auf die geschlechtsspezifische Schreibweise verzichtet und das generische Maskulinum verwendet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen und Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.