Auf ein Wort: flimsig

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Auf ein Wort: flimsig

Kennen Sie das Adjektiv flimsig?

Vor Kurzem unterhielt ich mich mit einem netten Kollegen aus dem Saarland, der das mir unbekannte Adjektiv flimsig verwendete. Sofort war mir klar: Das ist etwas für meine Blogreihe „Auf ein Wort“.

Mein Kollege und ich sprachen über IT-Systeme, Provider und Apps. In dem Zusammenhang bedeutet flimsig: instabil, fehleranfällig, nicht robust.

Ein flimsiges Produkt ist von geringer, mangelhafter Qualität oder auch abgenutzt und alt: Ein flimsig wirkender Stuhl sieht nicht stabil aus. Ein flimsig gefütterter Anorak wird nicht sehr warmhalten.
Beispiel: Das Ding ist flimsig, es taugt nichts.

Wird eine Person als flimsig beschrieben, ist sie bestenfalls lässig; oft bezieht sich flimsig aber auch auf ein flapsiges, freches Benehmen oder auf den ebenso wirkenden Umgangston.

Ein flimsiges Unternehmen ist nicht sehr zuverlässig, ob bei Produkten, Dienstleistungen oder dem Kundendienst, dem Reklamationsmanagement usw.
Wird das Äußere, die Figur einer Person als flimsig bezeichnet, wirkt die Person schwach, zerbrechlich. Bezieht sich der Sprecher auf den Charakter, meint er wankelmütig, labil oder auch launisch.

Im DWDS (Digitales Wörterbuch der Deutschen Sprache) wird flimsig als „für den geplanten Zweck, die gewünschte Verwendung nicht gut geeignet“ definiert. Dann ist es meiner Ansicht nach das Antonym des in der Kurpfalz verwendeten Adjektivs gattig.

Möglicherweise ist das deutsche Adjektiv flimsig, das nach meinen Recherchen hier und da auch in Norddeutschland angewendet wird, vom englischen Adjektiv flimsy abgeleitet, was soviel wie dürftig, schwach oder auch fadenscheinig („flimsy excuses“ = faule Ausreden) bedeutet.